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Indien - Der Sueden

Which Country? Your good name Sir? Your job? Married? Diese Fragen in genau der Reihenfolge nutzt der geneigte Inder, um ein Gespraech zu beginnen. Einfach zu beantworten. Auch wenn wir bei der letzten Frage gerne ein wenig flunkern. Schwieriger ist dann schon die Antwort auf die Frage: "Warum ist eigentlich Eure Haut so weiss?" Wo soll man denn da anfangen?
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Fragestunde herrscht in ganz Indien gleichermassen. Abgesehen davon ist der Sueden Indiens aber ganz anders als der Norden. Weniger Verkehr, weniger Menschen, weniger Dreck. Entspannter eben. Oder haben wir uns einfach nur akklimatisiert? Egal weshalb - uns gefaellt es hier unten. Weihnachten feiern wir am Strand. Mit erzgebirgischem Beachraeuchermann, Zigarre und Bier zum Sonnenuntergang. Ganz zweisam und idyllisch.
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Silvester wird dann aber richtig gerockt. Gemeinsam mit ein paar Briten verputzen wir einen ganzen gegrillten Barracuda, als Grundlange fuer Unmengen an Cuba Libre. Wir sind in Kerala angekommen, dem suedwestlichsten Staat Indiens. Zunaechst wundern wir uns, warum hier ueberall rote Fahnen mit Hammer und Sichel wehen. Dann erfahren wir aber, dass die kommunistische Partei hier grossen Einfluss hat. Sie hat unter anderem fuer eine Bildungsoffensive gesorgt. Kerala hat jetzt - offiziell - 0% Analphabeten. Gemeinsam mit den hoeheren Mindestloehnen sorgt das fuer eine starke Mittelschicht und einen gesunden Staat.
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Die traumhaften Straende jedoch sind naturgeben. Kleine einsame Buchten umringt mit Palmen, geschuetzt von roten Felsen. Falls wir mal genug von der Einsamkeit haben, muessen wir einfach nur einen Kite starten und schon herrscht Voelkerwanderung am Strand. Kommt man vom Wasser, hat man sofort 10 kleine Assistenten, die einem das Board tragen wollen. Der Wind ist auflandig und nicht allzu stark. Aber wen stoert das schon, wenn man in Boardshort und Lycra kiten kann?
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Traumstraende sind nicht alles, was Kerala zu bieten hat. Zwischen Dezember und Maerz ist Theyyam Saison. Theyyams sind Tempelzeremonien, bei denen durch Tanz, Musik und gesprochenes Wort Geschichten der hinduistischen Gottheiten erzaehlt werden. Wir sind tapfer, stehen um 4 Uhr morgens auf und lassen uns in die Theyyam-Zauberwelt entfuehren.
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Als sei das nicht genug, kann Kerala auch noch eine kaum vergleichbare Tier- und Pflanzenwelt sein Eigen nennen. Nach einer haarstraeubenden Busfahrt - der Fahrer ist der Meinung, er sei verwandt mit Alonso und die wildfremden Sitznachbarn schlummern seelenruhig auf unseren Schultern - erreichen wir das Wayanad Wildlife Sanctuary. Unser Baumhaus ist eingekuschelt in Kaffeestraeucher und Pefferranken. Venu - gute Seele und zustaendig fuer alles hier - weiht mich in die indische Kochkunst ein. Am naechsten Morgen spielen wir Katz' und Maus mit zwei Elefantenkuehen im Nationalpark. Gut, dass wir im Jeep sitzen!
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Aber auch das war noch nicht alles, was Kerala zu bieten hat. Kurz vor dem Ende unserer Zeit hier erleben wir noch einmal wirklich "incredible india!" - wie sich der Subkontinent selbst vermarktet. In den Backwaters Keralas. Mit einem Hausboot schippern wir durch die schmalen Kanaele, ohne Motor, ganz ruhig, ganz langsam. Genug Zeit, um das Leben am Flussrand zu sehen. Kleine Huettchen stehen auf schmalen, dem Wasser abgerungenen Landstreifen. Frauen waschen Waesche, Toepfe und kleine Kinder im Fluss. Maenner schippern riesige Mengen Gruenzeug auf ihren winzigen Booten. Eine andere Welt. So typisch und gleichzeitig so untypisch fuer Indien. Und der beste Abschluss, den man sich wuenschen kann!
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verändert: 2011/01/03