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Fiji

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Ein schlauer Mann hat einmal gesagt: "Wir haben kreuz und quer nach dem fijianischen Wort für *Hasta manana* (bis morgen) gesucht, aber haben herausfinden müssen, dass es hier in Fiji keinen Begriff für etwas so dringendes gibt." Das trifft genau ins Schwarze. Das ist Fiji! Wir haben auf unserer Reise schon viele Traumstrände gesehen, viele kunterbunte Tauchgründe, viele atemberaubende Landschaften. Aber so entspannte, so offene und so herzliche Menschen sind uns noch nirgends begegnet. Schon als wir in Nadi ankommen, haben wir das Gefühl, direkt in die Gemeinschaft aufgenommen worden zu sein. Aus jeder Ecke wird uns ein freundliches "Bula" (Hallo) entgegengerufen. Es ist der Abend des Queens Birthday - ein Feiertag in Fiji und ein guter Grund für die Locals das ein oder andere Schälchen Kava zu leeren. Kava ist hier Nationalgetränk mit alkoholähnlicher Wirkung und einer großen zeremoniellen Bedeutung. Das müssen wir auch mal probieren. Einen Grund Kava zu trinken finden die Fijianer angeblich überall und ständig.

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Uns verschlägt es zuerst an die Coral Coast im Süden von Vitti Levu, der größten Insel Fijis. Mit einem für hier typischen Open-Air-Bus tuckern wir entlang der Queens Road bis nach Korotogo. Ein langes Korallenriff schützt hier die knallgrüne Küste. Wir sind die einzigen Weißen im Bus. Mit uns reisen die ausnahmslos großgewachsenen Fijianer mit ihren beeindruckenden Afro-Haarprachten und ein paar Inder, deren Vorfahren vor mehr als 100 Jahren als Arbeitskräfte für den Zuckerrohranbau nach Fiji gebracht wurden. Die Korallenküste empfängt uns mit ströhmendem Regen. So hatten wir uns die Südsee nicht vorgestellt.

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Als wir genug von Wasserwaten haben, flüchten wir nach Nananu-i-ra. Auch die kleine Insel im Norden Vitti Levus liefert anfangs täglich eine tropische Regendusche. Aber von Tag zu Tag wird das Wetter besser. Der Wind bläst, die Sonne strahlt. Das ist Südsee-Feeling. Wir sind so oft wie möglich auf dem Wasser und kiten durch die leuchtendblaue Bucht. Wenn gerade kein Wind ist, trinken wir mit den anderen Kitesurfern Windbier (Fiji Bitter), feiern Polterabend oder heiraten (http://www.sonnemeerundschnee.de/cms/index.php?id=64,0,0,1,0,0). Nananu-i-ra ist trotz der Nähe zur Hauptinsel ziemlich abgeschieden und einsam. Die Telefonverbindung funktioniert nur, wenn der Generator für den Funkmasten gerade Diesel hat, was nicht häufig vorkommt. Der Strom auf der Insel wird um 22 Uhr abgestellt. Südsee eben.

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Unser nächstes Ziel erreichen wir mit einer nichtendenwollenden Bus- und Fährpassage. Der Straßenbelag ist mindestens so rauh wie die See. Durchgeschüttelt und müde landen wir auf Ovalau in Levuka, der ehemaligen Hautstadt Fijis. An diese Zeiten erinnert nichts mehr. Levuka wirkt eher wie ein altes Dorf im Wilden Westen. Gemütlich. Spätestens nach unserem Besuch des sonntäglichen Gottesdienstes - hier eher ein großes Familienfest - kennt uns jeder und grüßt uns mit "Bula Germans". Sogar die Ergebnisse der Fußball-WM werden uns allmorgendlich auf der Straße mitgeteilt.

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Schon das macht Levuka besonders. Aber das ist lange noch nicht alles, was die Gegend zu bieten hat. Ebi aus dem Clan der Chief-Advisers (dem höchsten Clan in der alten Fijianischen Gesellschaftsordnung) füttert uns mit spannenden Geschichten über sein Volk, zeigt uns sein Dorf Lovoni und weiht uns in die Urwaldpflanzenheilkunde ein. Hier wächst ein Kräuterchen gegen jedes Wehwehchen. Beim Tauchen sehen wir trotz rauher See jede Menge bunte Tropenfische und ziemlich große - beeindruckende - Riffhaie.

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Und als wir schon dachten, es ginge nicht besser, bringt uns der Zufall nach Leluvia. Die Insel liegt zwischen Vitti Levu und Ovalau und ist winzig. In 15 Minuten sind wir einmal rundherum gelaufen. Der weiße Sandstrand gehört uns ganz alleine - wir sind die einzigen Gäste. Wenn gerade kein Wind ist, schnorcheln wir durch bunte Korallen und beobachten Seeschlangen bei ihrem Sonnenbad. Meist ist aber Wind - viel Wind. Und Sonnenschein. Unsere kleinsten Kites tanzen am Himmel und wir hüpfen übers Wasser. Das Dauergrinsen, das wir schon seit unserem ersten Tag in Fiji haben, wird immer breiter. Wir wollen gar nicht mehr weg. Und das, obwohl wir nichtmal Kava probieren konnten - ein guter Grund wiederzukommen!

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verändert: 2011/01/03