DSC08422_s.jpg






Mauritius

Bilder per Klick vergrößerbar

Endlich, nach fast einem Jahr Fernreiseentzug hieß es im Juni dieses Jahres wieder Kitebag stopfen, einen ganzen Tag ins Flugzeug quetschen und den Duft der großen weiten Welt schnuppern. Diesmal den Duft von Mauritius, einer tropischen Insel im Indischen Ozean mit nur unbedeutend mehr Einwohnern als München hat.

IMGP2699_s.jpg DSC08625_s.jpg IMGP2700_s.jpg

Tropisch empfängt uns die Insel bei 18 °C und Regenschauern nicht. Wir verlieben uns trotzdem schnell in das Eiland als uns der Taxifahrer durch Zuckerrohrfelder und über kleine kurvige Küstensträßchen an das andere Ende der Insel bringt. Dort im Südwesten soll einer der besten Kitesurfspots der Welt sein - Le Morne - zu erkennen an dem markanten Felsblock im Hinterland. Wir lassen uns in La Gaulette nieder, einem Dörfchen nur 2 km entfernt vom Spot. La Gaulette ist eine typisch maurizische Gemeinde. Wenige Touristen, die Einheimischen kreolisch oder indischstämmig, laut kläffende, humpelnde Straßenköter und pünktlich um 5 Uhr morgens ein alltäglicher Krähcontest der ortsansässigen Hähne.

DSC08322_s.jpg DSC08467_s.jpg DSC08190_s.jpg

Von der Terrasse unseres Apartments haben wir einen unverbauten Blick auf Spot und Sonnenuntergang. Abendessen gibt’s bei 'Mama', die für einen Euro einen unbezwingbaren Berg Fried Noodles zaubert, wenn man denn den bestens versteckten geheimen Eingang zur guten Stube findet. Der befindet sich hinter einem eigenhändig zu öffnenden Rolltor - eine Ausschankgenehmigung hat 'Mama' nämlich nicht, weshalb das alles eher privat gehalten wird. Für die Mühen wird man allerdings mit einem dreiviertel Liter Phoenix Beer aus der Flasche entlohnt. Dafür sucht man doch gerne mal ein wenig länger nach dem Zugang zum Lokal.

DSC08317_s.jpg DSC08174_s.jpg DSC08183_s.jpg

Der Spot Le Morne bietet alles was das Kiterherz begehrt. Eine Flachwasserlagune mit Onshorewind, kleine Wellen für Einsteiger am Inner Reef, mittlere Wellen für ambitionierte Kiter in Manawa und richtige Brecher für Lebensmüde in One Eye. An guten Tagen erreichen die Wellen in One Eye 4, 5 manchmal auch 6m Höhe. Auch der Wind lässt uns nicht im Stich. Während unserer ersten Woche bläst er beständig mit 25 - 30 Knoten von morgens bis zum Sundownerbier am Strand. Wir sind permanent mit unseren kleinsten Schirmen unterwegs.

DSC08402_s.jpg DSC08405_s.jpg DSC08217_s.jpg

Da Le Morne inzwischen leider kein Geheimtipp mehr ist, sind wir damit nicht allein. Einsames Kitesurfen gibt es an der Ostküste Mauritius' in der Lagune von Bel Mare, einem Traumspot für Freestyler.

DSC08234_s.jpg DSC08354_s.jpg DSC08496_s.jpg

Zu Beginn unserer zweiten Woche schwächelt der Wind dann ein wenig. Zum Glück! Das gibt uns die Möglichkeit, unsere geschundenen Knochen zu regenerieren. Wir nutzen die windlosen Tage für eine Inselrundfahrt und einige Tauchgänge vor der Küste von Flic en Flac. Die Insel ist klein, gemütlich und hügelig. Die kleinen Sträßchen winden sich durch unzählige Zuckerrohrfelder hinauf zu atemberaubenden Ausblicken und kleinen Naturwundern wie der siebenfarbigen Erde von Chamarel. Große Naturwunder sehen wir unter Wasser - uralte Oktopusse, Feuerfische in Gruppen von 25 - 30 Stück, hochgiftige Steinfische und neugierige Muränen. Und beim Auftauchen – Delfine, die mit Sten um die Wette schwimmen. Faszinierend.

DSC08345_s.jpg DSC08359_s.jpg IMGP2830_s.jpg

Nach zwei Wochen Mauritius zieht es uns weiter. Wir fliegen mit einer kleinen Propellermaschine 600km Richtung Osten nach Rodrigues – ein Mini-Mauritius. Die Insel hat nur 144 km², aber genau wie die große Schwester drei offizielle Sprachen: Französisch, englisch und kreolisch.

DSC08617_s.jpg DSC08597_s.jpg DSC08566_s.jpg

Wir lassen uns in der Auberge de la Montagne nieder, wo wir jeden Tag mit einheimischen Köstlichkeiten verwöhnt werden – Marmelade aus grünen Papaya zum Frühstück, Oktopussalat und Fischcurry zum Abendessen.

DSC08507_s.jpg DSC08499_s.jpg DSC08600_s.jpg

Rodrigues ist vollkommen untouristisch. Es gibt überhaupt nur drei oder vier größere Hotels, von denen um diese Jahreszeit die meisten geschlossen haben. Asphaltierte Straßen enden meist in holprigen Feldwegen und das wohlverdiente Feierabendbier nach dem Kitesurfen gibt es am Strand. Restaurants und Kneipen im klassischen Sinne gibt es nämlich nicht.

DSC08521_s.jpg DSC08514_s.jpg DSC08520_s.jpg

Langweilig wird es uns auf Rodrigues trotzdem nicht. Wenn gerade kein Wind ist, wandern wir an der einsamen Steilküste zu noch einsameren Traumbuchten, die nur zu Fuß oder per Boot erreichbar sind. Oder wir erkunden die Unterwasserlandschaft am Riff, das ganz Rodrigues umschließt.

DSC08585_s.jpg DSC08577_s.jpg DSC08547_s.jpg

Meist ist aber Wind und wir teilen uns die riesige Lagune im Südwesten der Insel mir einer Hand voll anderer Kitesurfer, fahren gemeinsame Downwinder am Reefbreak oder philosophieren am weißen Sandstrand über den Sinn des Lebens. Hier, auf diesem kleinen Stückchen Paradies, besteht der aus ‚Leben genießen’. So soll es sein!


verändert: 2011/01/03